Mut

Als sie endgültig zu leben anfing, trug sie zum ersten Mal roten Lippenstift auf, ging zum Frisör, verlangte eine Kurzhaarfrisur, setzte sich danach allein in ein Cafe`, bestellte einen großen Milchkaffee mit extra Schaum, bekam gratis einen Schokoladenkeks dazu, beobachtete die Menschen um sich herum. Nahm Stift und Papier zur Hand, schrieb auf, was sie beobachtete: „Wann sind sie eigentlich krank geworden?“ am Nebentisch ein ungleiches Paar, äußerlich. Stunden später, Kaffee kalt, Keks köstlich, ihr Manuskript in einen weißen frankierten A4 Umschlag auf dem Weg nach Hause in den Briefkasten geworfen, hüpft von einem Bein aufs andere durch die sternenklare Nacht.

Du bleibst

Stehst fest

Fest zu deinem Wort

Liebst

Wartest geduldig

Begleitest

Still und heimlich

Räumst Steine aus dem Weg

Behütest

Deckst den Tisch

Gibst Rast

Lädst ein

Schenkst Weite

Raum

Mut

Die Welt dreht sich

Bin still

Lass alles an mir vorbei ziehen

Halte still

Überleg, ob ich so weiter machen will

Horche still

Suche Antworten

Hinweise

Schnipsel auf dem Weg

Ziele auf dem Prüfstand

Halte Wünsche in der Hand

Nie alles schlecht

Nie immer gut gelaunt

Ach hätte, wäre, könnte doch

Die Lösung

Vom Himmel fallen

Im Schlaf

Aufwachen mit dem Gefühl im Bauch

Heute

Heute

Ist etwas anders, passiert etwas

Neues

Die Sonne scheint durchs Fenster

Der Kaffee schmeckt besonders gut

Die Lösung

Vom Himmel

In mein Herz gefallen

Mit Mut hübsch verpackt

Und Pfeffer im Hintern

Das Fenster

Goldgelb bricht sich Bahn

Hoffnung im Gepäck

Du bist im Licht

Wir tappen im Dunkeln

Stehst im Licht

Seh dich nicht

Sauge auf dieses kleine Hoffnungslicht

Bist bei mir

Vergisst mich nicht

Deine Umarmung fehlt

Alles von dir fehlt

Lebst

Neue alte Bekannte in deiner Welt

Ein anderes Licht

Angekommen

Getröstet

Geborgen

Geheilt

Am Herzen des Einen

Der auch uns jetzt trägt

So weit wie nötig

Der Wind Tränen trocknet vergeblich

Zeit

Brauche Zeit

Öffne das Fenster mit den bunten Fensterläden

Schiebe den Schleier beiseite

Sternenglanz mich berührt

Vorausgegangen

Ich tanze erstmal nicht

Lieben tut weh

Schwere Schritte in Zeitlupe einen vor den anderen

Mehr geht nicht

Hoffnung pflanzen mit Sternenglanz veredeln

Schweigen

Seufzen

Hände in den Schoß

Ratlos

Machtlos

Schwerelos

Was mach ich nur

Ohne dich

Andere Zeit

Bin nicht vorbereitet

zum plötzlichen Abschied von P.

kämpfst

gegen Mühlen

Stillstand

Monotonie

Gleichgültigkeit

Lieblosigkeit

müde gekämpft

bist nicht allein

auf dem Weg

umkämpft

leidenschaftlich

alles geben

Dein Leben

Dein Lachen

halt es fest

trägt auch dich

bis zum Ziel

lauf