Der Weihnachtsbär
Der Weihnachtsbär

Der Weihnachtsbär

Es war einmal ein Weihnachtsbär, der sich wünschte, er wäre kein Weihnachtsbär. Heute schmerzen ihm wieder alle vier Bärentatzen. Weißt du auch, wieso? Weil es so eng im Weihnachtskoffer ist. Alle drei Kinder der Familie haben ein eigenes Zimmer, sogar die Mutter hat ihre eigene Lese- und Nähstube. Und der Vater? Der verzieht sich so gern in seine Holzwerkstatt. Aber der Weihnachtsbär? Er muss sich das ganze Jahr den Koffer mit den unterschiedlichsten Gestalten teilen. Mit den Elfen und den goldenen Papierengeln, die ein Geschenk von Tante Frieda waren, dem stolzen Nussknacker und dem gelben Weihnachtsstern. Letzterer bekommt immer den schönsten Platz, hoch oben auf der Spitze des Weihnachtsbaums. Dann wimmelt es nur so von roten Kugeln und Glitzer. Überhaupt, dieser ganze Glitzer überall! „Hatschi“, pustet der Bär. Er schüttelt sich und erinnert sich daran, wie schön das letzte Weihnachtsfest war.

Wie jedes Jahr holte die Mutter auch heute, am Tag vor dem ersten Advent mit den Kindern den Weihnachtskoffer vom staubigen Dachboden, auf dem auch Herr Dachs mit seiner Sippe wohnt. Nur Lukas verhielt sich komisch. Sonst hatte er immer mit dem Bären gespielt. Jetzt interessierte er sich nicht mehr für den Weihnachtsbären, sondern spielte lieber mit bunten Bausteinen und baute Flugzeuge oder Raumschiffe. Damit düste er durch das ganze Haus. Der stolze Nussknacker hatte ihn immer gewarnt: „Irgendwann bist du allen egal, und ich werde immer noch Jahr für Jahr auf dem Kaminsims thronen. Du aber wirst im Weihnachtskostüm einstauben, bis von der roten Mütze nichts mehr zu erkennen ist.“

Der Bär schluckte eine Träne herunter. Er muss etwas dagegen tun. Doch was?

Ein Kommentar

  1. Er überlegte sehr lange. Schlieszlich, am ersten Weihnachtstag in aller Früher faszte er sich ein Herz und verliesz unbemerkt das Haus. Es beachtete ihn ja sowieso keiner… – Er lief und lief, quer durch die morgendlich stille Stadt und als er an die Holtemme kam, risz er sich die blöde Mütze vom Kopf und warf sie ins Wasser.
    „Adieu, du kontraproduktives Accessoär, ich bin ohne dich ein freier Bär!“.
    Sprachs und spazierte weiter. Ihm war ja so leicht!
    Ganz untypisch für Weihnachten lachte die Sonne und er setzte sich auf die geschnitze Forellenbank.
    Müde vom Laufen schlief er ein und träumte von künftigen Abenteuern.
    Plötzlich wurde er geweckt: kleine Hände griffen nach ihm.
    „Mutti, Mutti, da ist ja der Bär, den ich mir so vom Weihnachtsmann gewünscht habe! Hat der ihn hier verloren oder hat er unser Haus einfach nicht gefunden, weil wir diesjahr keinen Baum und keine Kerzen und keinen Papa mehr haben?“
    Die Frau wandte sich ab und tastete nach ihrem Taschentuch. Die Kleine sah es nicht – sie hatte den Bären ganz fest an sich gedrückt und flüsterte ihm zu: Du heiszt jetzt Zebedäus und ich lasz dich nie mehr los. Komm einfach mit mir heim. Ich habe so auf dich gewartet!“

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